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Allgemeines über Archehöfe

Ein Arche-Hof ist eine Zucht und Präsentationsstätte alter und in ihrem Bestand gefährdeter Nutztierrassen. Viele Menschen wissen, dass täglich Arten von Wildpflanzen und von Wildtieren aussterben. Wenige wissen, dass das gleiche Schicksal auch vielen Nutz und Haustierrassen droht. Die landwirtschaftlichen Tierbestände setzen sich nur noch aus wenigen- sogenannten Hochleistungsrassen- zusammen.
Zahlreiche, früher sehr beliebte und auch weit verbreitete Rassen, sind durch kurzsichtiges Denken unwirtschaftlich geworden. Viele dieser alten Rassen sind ausgestorben, oder nur noch in wenigen Restbeständen vorhanden.

Damit geht kostbares Erbgut, das seit Jahrhunderten bei uns beheimatet war, unwiederbringlich verloren. Und damit auch ein Stück lebende Kulturgeschichte.

In einer Zeit des ökonomischen Wandels in der Landwirtschaft und der ökologischen Bedrängnis unserer Welt ist unsere Gesellschaft, unsere Generation, verpflichtet, diese Werte unseren Nachkommen zu erhalten. Die Zielsetzung der Produktionssteigerung in der Landwirtschaft wird zunehmend in Frage gestellt, umweltverträgliche Produktion, Extensivierung und Landschaftspflege rücken in den Vordergrund. Nicht zuletzt wächst die Forderung des Verbrauchers nach Qualität der Produkte und nach artgerechter Tierhaltung. In Anbetracht dieser Entwicklung wird der Einsatz der robusten und genügsamen Mehrnutzungsrassen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Um die interessierte Bevölkerung mit dieser Problematik vertraut zu machen, eignen sich die Arche-Höfe ganz besonders. Es soll aufgezeigt werden, wie sich gefährdete Tierrassen unter landwirtschaftlichen Gesichtspunkten in den Betriebsablauf einbinden lassen.


Warum alte Haustierrassen ?

Die moderne Hochleistungszucht ist mit ihrer einseitigen Ausrichtung auf Quantität auf Grenzen gestoßen, die sich negativ auf die Tiere auswirken: Unfruchtbarkeit, Stressanfälligkeit, Schwierigkeiten bei der Geburt, Verhaltensauffälligkeiten, sind nur einige Folgen. Demgegenüber stehen alte Haustierrassen, welche zumeist eine Jahrhunderte lange Entwicklungsarbeit hinter sich haben und sich ihrer natürlichen Umgebung perfekt angepasst haben. Sie geben zwar weniger Fleisch und Milch ab, dafür sind die Produkte fast unübertrefflich, weil man den Tieren die Zeit gibt, ihre Qualitäten in Ruhe zu entwickeln.

Das Problem:

Die Vereinheitlichung unserer landwirtschaftlichen Nutztiere schreitet scheinbar unaufhaltsam voran. Der Glaube an immer mehr Leistung hat dazu geführt, dass von der ursprünglichen Rassenvielfalt fast nichts mehr übrig geblieben ist. Damit drohen wertvolle Eigenschaften wie Robustheit, Widerstandsfähigkeit, Genügsamkeit oder Krankheitsresistenz für immer verloren zu gehen. Bei vielen Rassen ist es heute praktisch schon „5 vor 12“!

Die Gefährdung:

Ein Tierbestand (Säugetiere) gilt als gefährdet, wenn er unter die Zahl von 1000 sinkt. Ist der Bestand gar geringer als 200 Tiere oder hat er weniger als 10 männliche Zuchtlinien, gilt er als akut vom Aussterben bedroht. Weiters gilt eine Haustierrasse als gefährdet, wenn ihr Bestand innerhalb von 2 Jahren um mehr als durchschnittlich 10 % abnimmt.

Gefährdete Haustierrassen in Österreich:

  1. Enten und Puten: Haubenenten, Pommernenten, Blaue Puten, Cröllwitzer Puten
  2. Esel: Österreichisch-ungarische Alpinoesel
  3. Gänse: Österreichische Landgans
  4. Hunde: Österreichische Kurzhaarpinscher
  5. Hühner: Altsteirer weiß und wildfärbig, Sulmtaler Huhn
  6. Pferde: Alt-österr. Warmblut, Shagya Araber, Alt-österr. Huzulen, Lipizzaner, Österr. Noriker
  7. Rinder: Jochberger Hummeln, Kärntner Blondvieh, Murbodner Rind, Original Braunvieh, Original Pinzgauer, Tux- Zillertalerrind, Waldviertler Blondvieh, Ennstaler Bergschnecken, Pustertaler Sprinzen, Ungarisches Steppenrind, Tiroler Grauvieh.
  8. Schafe: Kärntner Brillenschaf, Montafoner Steinschaf, Kräiner Steinschaf, Alpines Steinschaf, Waldschaf, Zackelschaf, Tiroler Steinschaf, Braunes Bergschaf.
  9. Schweine: Schwalbenbäuchiges Mangaliza, Turopolje,
  10. Ziegen: Pinzgauer Ziege, Tauernschecken-Ziege, Steirische Scheckenziege, Gemsfarbige Gebirgsziege, Pfauenziege,
  11. Tauben: Wiener Kiebitz, Wiener Hochflieger

Einige Bilder von den Tieren am Sturm - Archehof








Folgende Arche-Höfe sind zu besichtigen

  • Arche-Hof . Marianne und Karl Mair, Gasthof Neuwirt, A-6082 Ellbögen im Wipptal,
    Tel.: 0512-377175 und Fax: 05123771754
  • Arche-Hof Fam. Dr.med.vet. Michael und Helga Ullrich, A-3863 Reingers 46,
    Tel.: 02863-8507
  • Arche-Hof Fam. Maria und Alois Spitzbart, Kranabeth 14, A-4663 Laakirchen,
    Tel.: 07613-3138 oder 07613-3922, Fax: 07613-31384
  • Arche-Hof Frau Eugenie Hanreich, Kinderwelt Museum Schloss Walchen, A-4870 Vöcklamarkt,
    Tel.: 07682-6246
  • Arche-Hof „De Wiskentale“ Fam. Wiesner, Wischathal 20, A-2013 Göllersdorf,
    Tel.: 02954-30396 oder 06765495355
  • Arche-Hof „Sturm-Archehof“ Fam. Angelina und Hubert Pucher, Winkl 19, A-9844 Heiligenblut,
    Tel.: 04824-2327 E-Mail: sturmarchehof@aon.at
  • Arche-Hof „Bio Noah“, Karl und Nina Schardax, Wilding 9, A-4870 Vöcklamarkt,
    Tel.: 07682-3508, 0664-9915492, E-Mail: bio.noah@aon.at, www.bio.noah.at
  • Arche-Hof Günthör Johannes, Artneramt 25, A-3691 Nöchling, Tel.: 07414-7132
  • Arche-Hof Astrid Summerer, „Innerroggen“, Roggenweg 7, I-39030 Sexten/Bozen,
    Tel.: 0039-0474-710345
  • Arche-Hof Ursula und Christian Schlatter, „Schnapplhof“, Mittlerer Sonnberg 10,
    A-6365 Kirchberg, Tel.: 0664-1245795 und 05357-3723, Fax: 05357-3723-15,
    E-Mail: info@schnapplhof.at
  • Arche-Hof Adolf Kandler und Gronen Kerstin, Sagerberg 12, A-9141 Eberndorf,
    Tel.: 04237-2894 und 0664-4331774, E-Mail: archehof.simonberg@aon.at
  • Arche-Hof Ambros Aichhorn und Elisabeth Koder, Wenig 15, A-5622 Goldegg, Hof Vorderploin,
    Tel.: 06415-20341
 
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