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Wir haben nur eine Erde

Ich glaube - trotz aller Zerstörung in der Welt und den täglich aussterbenden Arten- und Rassen - an eine Zukunft, wo es noch Bäume gibt in denen Vögel singen, an einen blauen Himmel, der sich über meine geliebten Berge spannt. An Almwiesen, die in einer Vielfalt blühen wie am dritten Schöpfungstag.

Aber uns bleibt nicht mehr viel Zeit.

Die Ressourcen unserer Erde erschöpfen sich.

Wenn wir uns also wirklich um die Zukunft sorgen, müssen wir aufhören, es den anderern zu überlassen all die Probleme zu lösen.

Wir sind es, die die Welt von morgen retten können, 

du und ich!!!

Vor das Parlament habe ich mich nicht gesetzt, um für das Klima zu streiken. Doch auch ich bin wie Greta krank geworden. Als Jugendliche war ich immer Außenseiter, die anderen konnte ich nicht verstehen wenn es um die neuesten Kleider, Schminke, Urlaubsreisen, Kino, .... ging. Ich fragte mich: Was ist der Sinn eines Menschenlebens? Warum hilft niemand den Schwachen? Warum wird so viel Geld für Wettrüstung ausgegeben, während so viele Menschen verhungern müssen? Warum wird die Natur ausgebeutet, als ob sie die letzten wären die auf dieser Welt leben wollten? Und warum tut keiner was?

Indem ich sehr krank wurde, Magersüchtig, Bulimiekrank und Depressiv, entzog ich mich der Erwachsenenwelt und meiner Verantwortung.

Doch ich erinnerte mich an die Worte meines Großvaters: "Horch auf den Wind, auf die Stimmen der Tiere, auf das Rauschen und Plätschern des Baches, horch, was sie dir zuraunen. Bei ihnen wirst du einmal Trost finden, wenn kein Mensch dir mehr helfen kann." Er hat mir damit einen tiefen Glauben geschenkt, den ich erst Jahre später wirklich verstand und der mich heute für unsere Mutter Erde und seine Schöpfung kämpfen lässt.

Mein Weg führte mich über die Berge und ich wurde Sennerin und Bergbäuerin und leiste ganz nebenbei Klimaschutz. 

Meine Kinder wurden mit Stoffwindeln gewickelt, die im Wind trocknen durften, wurden von Wollpullover und Lodenhosen gewärmt. Die ich selbst gestrickt und genäht hab. Essen und trinken was unser Hof hergibt. Alternativ oder als Aussteiger sind wir uns nie vorgekommen. Meine Mama hielt mir oft vor:  "meinst echt, du kannst damit die Welt retten, wenn du keine Pampers nimmst oder keine Trockenmaschine hast...."

Die Welt kann ich nicht retten, das war und ist mir schon klar, aber meinen Beitrag leisten und vielleicht ein klein wenig Beispiel sein, dass man so vieles nicht braucht um ein reiches Leben zu leben. 

Früher hat meine Mama den Leuten ihre Wurst in Alufolie und Plastik verpackt ohne etwas zu denken. Heute, wo alle von Plastikverbot und schwimmenden Plastikinseln im Meer sprechen, heute näht meine alt gewordene Mama Stofftaschen aus alter Bettwäsche oder aus Vorhängen, die weg geschmissen wurden, trägt diese Stofftaschen in die Läden der kleinen Stadt und meint stolz:

"Das ist mein Beitrag zum Umweltschutz!" Ich finde das so toll von meiner Mama und doch bleibt ein Stachel.

"Warum erst jetzt?" Erst jetzt wo alle davon sprechen. Warum nicht schon vor 40ig Jahren, als ich anfing mit unserer Mutter Erde mit zu leiden und mit jedem Baum der im sauren Regen gestorben ist, ein klein wenig mitgestorben bin. Um jede Blumenart trauerte ich, die nicht mehr blühen durfte, weil die Menschen die Böden überdüngen....

Auf die Idee, mit einem Schild "Rettet unsere Erde", vor das Parlament zu sitzen, bin ich nicht gekommen und hätte wohl auch nicht den Mut dazu gehabt. 

 

 

 

Bei meinen Archehof Führungen wird mir oft die Frage gestellt: "Wie setzt sich euer Einkommen zusammen?" Noch öfters werde ich gefragt: "Wieso macht man das? Wieso kauft man einen Bauernhof in einer Zeit wo so viele Höfe aufgelassen werden, noch dazu wenn man aus solchen Berufen kommt wie ihr? Wieso stellt man auf alte Haustierrassen um oder auf einen Gesamtbetrieblichen Naturschutzplan? Was bringt euch das denn?"

Meine ersten Antworten waren noch schwach und verhalten, bis ich die Geschichte von Leo Tolstoj fand, vom Mann der Apfelbäumchen pflanzte und gefragt wurde, warum er diese Bäume pflanzen würde, er würde doch nie mehr von den Früchten essen können. Doch der alte Mann antwortete: "Ich werde von diesen Früchten nicht mehr essen, aber die nach mir kommen, werden mir dankbar sein!"

So tun auch wir viele Arbeiten ohne sofort ein Klimpern im Geldbeutel zu hören, weil wir unseren Beitrag leisten, damit auch unsere Enkelkinder und ihre Kinder auf dieser Erde leben können. Weil wir eben nur diese eine Mutter Erde haben. 

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