Wieder zieht ein Frühling ins Land - Corona ist geblieben
Naturbeobachtungen · 18. März 2021
Wieder zieht ein Frühling ins Land. Corona aber ist geblieben und peinigt die Menschen weiter. Der Schnee schmilzt nur langsam und an Gartenarbeit muss ich noch nicht denken und lege dennoch den ersten Samen in die Erde. Noch ist die Außenarbeit unterm Schnee begraben. Aber im Stall ist es lustig. Kitze und Lämmchen springen übermütig herum und die Gänse nutzen die Zeit, wo es draußen noch nichts gibt und brüten. Die Bachstelzen sind zurück und die Menschen tragen ihre Palmbuschen in die Kirche.
Bergwinter mit Corona
Naturbeobachtungen · 09. Februar 2021
Große Schönheit und große Gefahr liegen oftmals sehr eng beieinander. Dies erleben wir immer wieder in unseren Bergwintern. Eingeschlossen sein vom Schnee, Tagelang ohne Strom, von der Außenwelt abgeschnitten, Krachen der berstenden Bäume unter der Schneelast, ... und im nächsten Augenblick ein Atem anhalten, ob der Schönheit der Natur. Nie gleich, jeden Tag anders. Natur im Wandel und mittendrinnen wir kleinen Menschen....
Erfüll mit deinen Gnaden, Herr Jesus dieses Haus
Der Krieg hat es nicht geschafft, was in diesem Jahr Corona und der Dritte Lockdown schafft. Die Heiligenbluter Sternsinger dürfen nicht von Haus zu Haus gehen, um den Sternsingergruß für ein glückseliges, freudenreiches neues Jahr in die Häuser unseres kleinen Bergdorfes zu tragen. Seit ich in Heiligenblut lebe, hat für mich das neue Jahr erst mit diesem Sternsingergruß richtig begonnen.
Weihnachten entgegen · 25. November 2020
Die Knopfmacherstube auf dem Sturm-Archehof in Heiligenblut ist ein ganz spezieller Laden. Er liegt gleich neben der Werkstatt des Knopfmachers und Künstlerchaoten Hubert Pucher. Er verwandelt Holz, Kuhhörner und Hirschhörner, zu Löffeln, Schüsseln, Schreibtischständer, Kugelschreiber, Sterne, Herzen, Ketten, Uhren, Lampen, Möbel, Klopapierabroller.... Und natürlich macht er Knöpfe, Knöpfe, Knöpfe... Sonst wäre er ja nicht der Knopfmacher von Heiligenblut.
Wir sind wohlbehalten und gut genährt von der Alm zurück und einige von uns suchen einen neuen Stall, weil es unserer Bäuerin sonst einfach zuviel wird. Wenn es nach ihr ginge, würde sie uns eh alle behalten. Doch jetzt, so erklärt sie uns ginge es um Inzucht und sonst dürfen wir Mütter unsere Töchter nicht behalten. Daher verkaufen wir unseren Tauernscheckenbock, Tauernscheckengeißlein, Widder und Blaue Wiener Kaninchen.
Naturbeobachtungen · 24. September 2020
Ungesichert Einen seligen Sommertag glaubst du alles ist Heil und von ewiger Dauer. Aber schon morgen die Hänge hernieder geht unvermittelt der Sense Schauer. Atme den Wind und die Würze der Gräser als eines Sommers lebendige Gnade. Nichts was wir lieben ist irdisch gesichert. Koste - du bist nur zum kosten geladen.
Geschichten die das Leben schreibt · 24. September 2020
Für ein paar Wochen im Jahr dem Lärm der Stadt entfliehen und sich zu einem Teil in der Natur machen. Den Boden unter den nackten Füßen spüren, Tiere helfen zu versorgen, Heu machen helfen oder Kräuter sammeln gehen mit der Bäuerin. Und mit dem Knopfmacher kann man in der Werkstatt selbst Knöpfe machen oder Schwemmholz schleifen und kleine Kunstwerke bauen. Ein Urbedürfnis der Menschen, etwas zu schaffen was bleibt, eine Arbeit zu tun die Sinn macht und Freude. Ferien im Paradies....
Geschichten die das Leben schreibt · 13. September 2020
Kurz und Kostbar ist die Zeit des Sommers in den Bergen. Eine grenzenlose Weite und doch nur der schmale Grat zwischen dem letzten Schnee eines zögernden Frühlings und dem ersten Schnee eines allzu frühen Herbstes. Der Juli schenkt uns eine wunderbare Blütenpracht. Wir dürfen vieles willkommen heißen in diesem Sommer und müssen vieles ziehen lassen. Corona jedenfalls ist geblieben und begleitet uns auch in die nächste Jahreszeit.
Corona - aber der Frühling kennt keine Quarantäne Grenzen. Er lässt sich nicht aufhalten und zieht Jahr für Jahr, mit oder ohne Corona ins Land, denn die Natur braucht uns Menschen nicht. Die Welt hat eine Vollbremsung gemacht und mehr denn je danke ich meinem Mut, den ich vor über 30 Jahren hatte, als ich alles aufgab um Bäuerin zu werden. Corona, wenn es so bleibt wie es gerade ist hat mir mehr gegeben wie genommen.
Naturbeobachtungen · 23. Januar 2020
30 Jahre lebe ich nun schon in meinen geliebten Bergen und habe Heimat gefunden. Vom Genua-Tief habe ich schon viel gehört, aber noch nicht wirklich erlebt. Doch seit diesem Winter weiß ich was ein wirkliches Genua-Tief ist und kann. Wo sich am Allerheiligentag unsere Welt in einem leuchtenden orange zeigt, da ist unsere kleine Welt zwei Wochen später im Schnee ertrunken. Eingeschneit für Tage und ohne Strom haben wir Glück gehabt und genießen den traumwandlerischen Winter....

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