Wir sind wohlbehalten und gut genährt von der Alm zurück und einige von uns suchen einen neuen Stall, weil es unserer Bäuerin sonst einfach zuviel wird. Wenn es nach ihr ginge, würde sie uns eh alle behalten. Doch jetzt, so erklärt sie uns ginge es um Inzucht und sonst dürfen wir Mütter unsere Töchter nicht behalten. Daher verkaufen wir unseren Tauernscheckenbock, Tauernscheckengeißlein, Widder und Blaue Wiener Kaninchen.
Naturbeobachtungen · 24. September 2020
Ungesichert Einen seligen Sommertag glaubst du alles ist Heil und von ewiger Dauer. Aber schon morgen die Hänge hernieder geht unvermittelt der Sense Schauer. Atme den Wind und die Würze der Gräser als eines Sommers lebendige Gnade. Nichts was wir lieben ist irdisch gesichert. Koste - du bist nur zum kosten geladen.
Geschichten die das Leben schreibt · 24. September 2020
Für ein paar Wochen im Jahr dem Lärm der Stadt entfliehen und sich zu einem Teil in der Natur machen. Den Boden unter den nackten Füßen spüren, Tiere helfen zu versorgen, Heu machen helfen oder Kräuter sammeln gehen mit der Bäuerin. Und mit dem Knopfmacher kann man in der Werkstatt selbst Knöpfe machen oder Schwemmholz schleifen und kleine Kunstwerke bauen. Ein Urbedürfnis der Menschen, etwas zu schaffen was bleibt, eine Arbeit zu tun die Sinn macht und Freude. Ferien im Paradies....
Geschichten die das Leben schreibt · 13. September 2020
Kurz und Kostbar ist die Zeit des Sommers in den Bergen. Eine grenzenlose Weite und doch nur der schmale Grat zwischen dem letzten Schnee eines zögernden Frühlings und dem ersten Schnee eines allzu frühen Herbstes. Der Juli schenkt uns eine wunderbare Blütenpracht. Wir dürfen vieles willkommen heißen in diesem Sommer und müssen vieles ziehen lassen. Corona jedenfalls ist geblieben und begleitet uns auch in die nächste Jahreszeit.
Corona - aber der Frühling kennt keine Quarantäne Grenzen. Er lässt sich nicht aufhalten und zieht Jahr für Jahr, mit oder ohne Corona ins Land, denn die Natur braucht uns Menschen nicht. Die Welt hat eine Vollbremsung gemacht und mehr denn je danke ich meinem Mut, den ich vor über 30 Jahren hatte, als ich alles aufgab um Bäuerin zu werden. Corona, wenn es so bleibt wie es gerade ist hat mir mehr gegeben wie genommen.
Naturbeobachtungen · 23. Januar 2020
30 Jahre lebe ich nun schon in meinen geliebten Bergen und habe Heimat gefunden. Vom Genua-Tief habe ich schon viel gehört, aber noch nicht wirklich erlebt. Doch seit diesem Winter weiß ich was ein wirkliches Genua-Tief ist und kann. Wo sich am Allerheiligentag unsere Welt in einem leuchtenden orange zeigt, da ist unsere kleine Welt zwei Wochen später im Schnee ertrunken. Eingeschneit für Tage und ohne Strom haben wir Glück gehabt und genießen den traumwandlerischen Winter....
Geschichten die das Leben schreibt · 24. November 2019
Seit ich denken kann ist die Bewahrung der Schöpfung und ein achtsamer Umgang mit ihr fest in meinem Leben verankert. In den ersten Kontaktwochen der Diazöse im oberen Mölltal sitze ich im voll gefüllten Nationalparkhaus an der Seite einer Brasilianerin, Dr. Zierl, dem Bischof und dem Schöpfungsbeauftragten. Ein Jahr davor haben wir das erste Schöpfungsfest auf dem Sturm-Archehof gefeiert. Wir alle wissen, dass wir nur eine Erde haben. Und trotzdem...
Naturbeobachtungen · 10. Oktober 2019
Viele suchen die Wunderblume anstatt das Wunder der Blume. Die Blumen begleiten mich durch ein Jahr in Fülle. Sie begegnen mir am Wegesrand, in den Wiesen und Wäldern, auf den Almen, im Garten und manchmal auch in einem Menschen.
Auf unseren Wanderungen in den Mattiswald, oder wie man hier in Heiligenblut sagt, zum Kachelmoor, kommen wir auch immer an den Hollaleitisch Mandeln vorbei. Schüler haben sie gebaut und in der hinteren Krumbauerwiese an den Waldrand gesetzt. Sie sitzen da, lebensgroß und manchmal erschrecken sie mich, weil ich denke, da sitzen Leute und spielen Karten, dabei weiß ich doch genau, dass es die Hollaleitisch Mandeln sind, die da sitzen und sich nicht rühren und im Winter unterm Schnee schlafen.
Naturbeobachtungen · 07. Juli 2019
Biodiversitätsvermittler, Gespräche von Bauer zu Bauer, wir reden über die Vielfalt. Und, es darf auch einmal "ordentlich schlampert" sein, wenn es der Vielfalt des Lebens dient. Ich darf mich seit letztem Jahr Biodiversitätsvermittler nennen und darf Betriebsgespräche mit meinen Berufskollegen führen, darf fotografieren und dokumentieren und am Ende bekommen die besuchten Betriebe wunderschöne Plakate über die Vielfalt auf ihrem Betrieb.

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